Dienstag, 22. Mai 2012

San Diego, Kalifornien - 2. Tag

Der zweite Tag startet mit Schmerzen. Unsere Sonnenbrände sind wirklich noch schlimmer als am Abend gedacht. Ein Blick in den Spiegel bestätigt das - beide mit hochrotem Kopf als Touristen gebrandmarkt! Nun denn, der Himmel ist extrem bedeckt und an der Bushaltestelle nieselt es sogar mal kurz. Doch das ist alles nur Taktik - kurze Zeit später brennt dann doch die Sonne vom Himmel. Heute beginnt die Konferenz mit dem Workshop-Tag, der uns genug Zeit gibt, um was zu unternehmen.


Für den zweiten Tag hatten wir uns San Diego Downtown sowie Seaport Village vorgenommen. Dafür sind wir mit der Linie 30 entlang der Küste über Old Town in einer flotten Stunde Fahrt rucki-zucki  nach San Diego Downtown gefahren. Doof war nur, dass man weder die Abfahrtzeiten vorher herausbekommen konnte, noch dass die kleinen Haltestellen irgendwie bekannt waren. Der Fahrer hat zwar irgendwas angesagt, was einem - wenn man es denn überhaupt bei dem Buskrach verstanden hätte - jedoch leider nichts gebracht hat, wenn man nicht weiß, wie die Haltestelle heißt. Also sind wir nach Straßennamen guckend auf gut Glück ausgestiegen, was erstaunlich gut hin kam. Erster Anlaufpunkt war das Cafe Chloe zum Frühstücken, dazu unten mehr. 

Anschließend sind wir ins Gaslamp Quarter gegangen, wo laut Reiseführer die meisten Viktorianischen Gebäude stehen und es die hippesten Shops geben soll. Das Viertel war ziemlich belebt und hatte eine Menge von Gallerien und kleinen Läden und vor allem Restaurants, von denen aus man ab halb zwölf angesprochen und zum Lunch eingeladen wurde. Die im Reiseführer als besonders angepriesene Old City Hall und das William Heath Davis House (das älteste Holzhaus in San Diego, was zwischen den Hochhäusern ein wenig fehl am Platz wirkt) waren eher unspannend, genauso wie die wenigen Viktorianischen Häuser. 

Schöne alte Gebäude ... und das Ghirardelli wird sogar im Reiseführer erwähnt, wenn auch wegen seiner Schokoladenspezialitäten.

William Heath Davis House

Vielleicht ist man aus europäischen Städten was das anbelangt einfach verwöhnt?! Wirklich schön waren Santa Fe Depot (Bus und Trolley Haltestelle sowie Touristen-Info) und das Horton Grand Hotel.



Das Viktorianische Grand Horton Hotel
Das Santa Fe Depot versinkt zwischen den Hochhäusern
Das Gaslamp Quarter haben wir dann mit dem Besuch des Westfield Horton Plaza, San Diegos Shopping, Dining and Entertainmelt Mekka, abgeschlossen. Das Einkaufszentrum war im Gegensatz zu dem, was man von zu Hause kennt, sehr angenehm luftig, da es nach oben kein Dach hatte. Aber wahrscheinlich regnet es hier zu wenig, als dass das wirklich notwendig ist. Sehr anstrengend fanden wir die Verkäufer an kleinen, im Einkaufszentrum aufgebauten Ständen, die einen ziemlich penetrant angesprochen haben, um einen mit Proben an ihren Stand zu locken. Ich weiß auch nicht, ob ich so sehr zerzaust aussah, aber eine Frau hatte es auf mich abgesehen und wollte mir gleich mehrfach die Haare glätten oder zu Locken aufdrehen!
Irgendwie sind wir mit dem Irrglauben in das Einkaufszentrum gegangen, dass es in den USA günstig Jeans, T-Shits und VANs/ Convers Schuhe gibt. Naja, der Zahn wurde uns nach ein paar Läden recht schnell gezogen. Vielleicht wiegt die Tatsache, dass San Diego Amerikas teuerste Stadt sein soll, das Gerücht, dass hier bestimmte Artikel günstiger sind, einfach gegeneinander auf. Es gab für mich dennoch ein paar neue FlipFlops und für Thomas zwei Shirts und eine Baseball-Kappe der San Diego Padres ... vielleicht will ich auch noch eine?!

Am frühen Nachmittag sind wir zum Seaport Village weitergezogen. Hier haben wir uns den alten Flugzeugträger USS Midway angesehen (allerdings nur von außen), der zu einem Museum umfunktioniert worden ist. Wirklich ästhetisch schön fand ich das riesen Schiff nicht, allerdings muss ich zugeben, dass es schon sehr beeindruckend war ... und touristisch. So ein Schiff verliert schon seine Bedrohlichkeit und seinen Eindruck, wenn man von außen Cafe-Stühle und Schirmchen sehen kann.

USS Midway
Auf der anderen Seite der USS Midway war Hafenkunst zu sehen. Ein riesiger Matrose hat seine Geliebte mit "the kiss" verabschiedet und eine Schar von Veteranen-Statuen bedankte sich bei einem per Lautsprecher rezitierenden Bob Hope.

The kiss

Das eigentliche Seaport Village hat uns nur mäßig gefallen, da es wirklich sehr touristisch war. An jeder Ecke wurde man angesprochen und in eine Fahrrad-Rikscha eingeladen, sollte Krimskrams von Mexikanischen Frauen kaufen oder in einem der überteuerten Restaurants essen. Der Ausblick über das Wasser war jedoch sehr schön. Zwischen vier und halb fünf hat sich dann jedoch der Sonnenbrand massiv zurück gemeldet, so dass wir uns vom Wasser verabschiedet haben und erst was Essen waren und dann zum Hotel zurück gefahren sind. Dort angekommen haben wir uns noch kurz im Pool abgekühlt und sind dann recht müde schlafen gegangen.

Thomas kulinarische Erfahrungen - Tag 2

Der Tag begann mit einem Frühstück im Cafe Chloe, welches der Reiseführer als Szene-Laden empfohlen hatte. Ohne die Empfehlung wären wir dort wahrscheinlich eher nicht gelandet, da das Cafe ein wenig ab vom Schuss liegt und wir zunächst vom Bus aus durch eine eher verlassene Gegend laufen mussten, vorbei an diversen Obdachlosen. Vielleicht haben wir aber auch nur die Bushaltestelle unglücklich gewählt, denn nach dem Frühstück sind wir recht fix im alten Zentrum gewesen. Gegessen haben wir dort zum einen Vollkorn-Pfannkuchen mit eingelegten Kirschen und über Apfel geräuchertem Speck (whole wheat pancakes with tart cherry syrup & applewood smoked bacon) und zum anderen eine Pilz-Quiche mit dunklem Toast und Salat (savor custard du jour with brown brad toast and green). Beides war extrem gut, auch wenn Vollkorn erstmal abschreckend klingt.

Frühstück im Cafe Chloe
Am späten Nachmittag haben wir uns dann überlegt, ob wir im Seaport Village noch einkehren wollen oder ob wir ganz amerikanisch eine der lokalen Fastfood Ketten ausprobieren wollen. Wir haben uns für das Fastfood entschieden, da uns das Seaport Village zu touristisch war. So sind wir letztendlich bei Wendy's gelandet, die damit werben, dass sie alles so frisch zubereiten, dass nichts eingefroren war. Ich glaube, Thomas hatte einen "Dave's hot 'n juicy 3/4 LB.* triple" (Three-quarters of a pound of 100% real North American beef and more of the fresh premium toppings you crave—all on buttered, toasted buns, to keep your hamburger hotter and juicier.) und ich hatte den "Spicy Guacamole Chicken Club". Beides war tatsächlich  sehr lecker und wirkte im Vergleich zu Mc D. irgendwie frischer - auch die Pommes.

So sieht ein Tourist aus!

Kurz vor dem Hotel haben wir uns dann noch zwei kleine Packungen mit den lokalen M&M Versionen (ein Mal Erdnussbutter und ein Mal Brezel) zugelegt, um diese zu testen, sind dann aber doch nicht mehr dazu gekommen. Morgen dann mehr.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen