Samstag, 26. Mai 2012

Balboa Park, San Diego, Kalifornien - 6. Tag


Der letzte Tag ist angebrochen und heute steht Balboa Park an. Bevor wir uns nach San Diego auf machen frühstücken wir in der "Brockton Villa" in La Jolla, einem für seine French Toast bekanntes Restaurant. Da wir sehr früh dran sind, bekommen wir draußen einen Platz auf der Terrasse mit Blick auf die Küste, der auch durch das diesige Wetter (es nieselt zwischendurch sogar) nur wenig gemindert wird. Schnell wird es voll, und die wenigen Plätze mit Meerblick sind ruck zuck weg. Während wir essen fliegen Pelikane dicht über das Meer und ich bekomme als Abschiedsgeschenk noch ein Mal eine Blick auf Kolibris vergönnt, die direkt neben unserem Tisch Nektar aus einer Blume trinken.

Kolibri beim Frühstück
 Thomas meint, dass das nun doch ein bisschen "spoiled" und fast schon zu viel des Guten wäre. Trotzdem genießen wir den Moment und das wirklich hervorragende Frühstück. Schade, dass die Woche schon vorbei ist. Das Leben hier könnte uns schon gefallen mit dem Meer und den Palmen und Flip Flops als Standardschuhwerk.

Blick aus der "Brockton Villa" - Thomas Sicht


Blick aus der "Brockton Villa" - Melinas Sicht
Von La Jolla aus fahren wir mit der Linie 30 bis Downtown und laufen von dort aus nach Norden, um über die Cabrillo Bridge in den Balboa Park zu gelangen, die über den Freeway führt. Der Park beginnt jedoch schon deutlich vor der Brücke mit reichlich grün und den nun bereits gut bekannten Ansammlungen von Squirrels. Dazu kommen noch sehr interessierte Eichhörnchen, die bei uns beiden Touristen leichte Beute wittern und zielsicher heran kommen, um uns zu begrüßen. Ich hocke mich hin und halte dem einen die Hülle von meinem Fotoapparat hin. Das Eichhörnchen kommt so nah heran, dass es an der Hülle schnuppert. Nachdem es jedoch recht fix begriffen hat, dass es von uns wohl nichts gibt, zieht es von dannen.

Eichhörnchen im Balboa Park
Cabrillo Brück und Eingang in den Balboa Park

Unser erster Anlaufpunkt ist die Touristeninformation, um uns ein Tagepass für bis zu fünf Museen/ Gärten zu kaufen. Da das Wetter heute wirklich unangenehm kalt ist, entscheiden wir, erst ein paar Museen anzusehen und dann die verschiedenen Gärten. Als erstes gehen wir in das Museum of Man und vergleichen die Evolution der Affen mit der des Menschen. Dabei lernen wir, dass der Mensch 50% seiner DNA mit einer Banane glemein hat. Das sollte doch so einiges erklären ;-)

Museum of Man: Wie viel hat der Mensch an DNA gemeinsam mit ... z.B. einer Banane?
Neben der Evolution wäre das Museum auch super für den Biologieunterricht der Oberstufe gewesen. Es wird sehr anschaulich der Aufbau von Zellen, die Mitose und Vermehrung erklärt, hierbei unter anderem auch das Heranwachsen eines Embrios inkl. kleinen Plastikmodellen. Bereits nach 1,5 Wochen kann man Arme und Beine erkennen und nach 12 Wochen sieht der winzige Knubbel schon aus wie ein Mensch in mini! Es wird auch die Geburt sehr, sehr anschaulich dargestellt (Mehrere Schritte wie es durch den Muttermund wandert, bis der Kopf draußen ist, der bei der ganzen Sache ziemlich deformiert wird), so dass ich mir das mit dem Kinderkriegen nochmal sehr gut überlegen werde.

Museum of Man: Das Kind passt durch die Hüftknochen durch ... irgendwie.
Als nächstes lockt uns das Museum of Photography. Leider stellt es sich als unglaublich langweilig heraus, da es scheibar nicht theamtisch sortiert (zumindest war es uns nicht erkennbar) war und auch nur wenig wirklich künstlerische Fotos gezeigt hat. Bei den meisten  hatte man den Eindruck, dass es irgendwelche Schnappsüsse waren. Hier und da sind ein paar interessant, weil sie einfach alt sind und das Leben aus den 50igern gezeigt hat.
Museum of Photography am el Prado
Als drittes sind wir im Natural History Museum, was uns ziemlich gut gefällt. Hier gibt es eine Ausstellung über Dinosaurier, eine mit den Tieren des Meeres von Kalifornien und eine extra "Skulls" Ausstellung, die von allen möglichen Spezies die Schädelknochenzeigt und vergleicht.

Nach drei Museen schlendern wir anschließend erstmal durch den Park und sehen und die Gebäude rund um el Prado und den Botanischen Garten an. Alles ist sehr schick und gefällt uns gut.

Blick auf den botanischen Garten, der in einer Holzkonstruktion untergebracht ist.
Dann sind verschiedene Gärten dran. Wir sehen den Desert Garten mit vielen Kakteen, die im Gegensatz zu hier alle draußen wachsen können, den Rosen Garten und gehen zum Japanischen Garten, der ein Museumstickt gekostet hätte. Da die Gärten davor jedoch schon relativ unspektakulär angelegt worden waren, und man auch von draußen einen Blick auf den Japanischen Garten erhaschen konnte, der uns nicht minder unspannend erscheint, entscheiden wir, den Japanischen Garten nicht anzusehen.

Mittlerweile ist es bereits früher Nachmittag und wir stellen mit Schrecken fest, dass die Museen nur bis 4 oder maximal halb fünf offen haben. So beenden wir unseren Kulturtag mit dem Mingei Museum, was Kunst aus allen verschiedenen Ländern ausstellt. Zum Glück ist das Museum klein, so dass wir die komplette Ausstellung bis zum Schließen des Museums schaffen. Hier gab es wirklich alels mögliche zu Gucken, von Kopfbedeckungen aus allen Herrenländern über Winke-Katzen aus Japan bis hin zu Popart-Bildern einer bestimmten Künstlergruppe.

Anschließend lassen wir eine Museumskarte verfallen und fahren mit dem Bus noch mal nach Downtown, wo wir unseren kulinarischen Auftrag noch mal aufnehmen und "Jack in the Box" testen. Bevor wir jedoch den Park verlassen sehen wir neben vielen Hundespaziergängern auch eine Frau, die ihr Schwein ausführt.

Spaziergang mit Hausschwein
Der Ort, an dem der Jack in the Box liegt, scheint jedoch nicht der beste, denn es sitzen einige Obdachlose im Restaurant, die sich ihre temporäre Unterkunft mit regelmäßig bestellten Kaffees erkaufen, und auch das ganze Ladenlokal ist runtergekommen. Das Mobiliar sieht abgenutzt aus und der Teppich ist fleckig. Währen wir auf unser Essen warten geht ein junger Mann in glänzender Jogginghose, der seinen Burger eigentlich schon hat, auf und ab und redet ohne Pause auf einen anderen, jüngeren Mann ein: Er sei im Knast gewesen und nun aber wieder frei, er hätte viele Fehler gemacht, er wünscht keinem seinen Lebensweg und er wolle für den anderen nur das beste! Alles begleitet von vielen, vielen "God bless you, guy!". Schließlich ist er mit seiner Ansage aber fertig und geht. Der Blick draußen fällt auf Hochhäuser und eine rissige Straße. Hier bleiben wir nur, so lange bis wir aufgegessen haben!

Jack in the Box, San Diego Downtown
Nach dem Essen schlendern wir noch kurz durch Downtown, damit ich mir auch ein "San Diego" T-Shirt kaufen kann und verabschiedenen uns anschließend von der Stadt und fahren zum Hotel zurück. Abends stürmt es heftig und wir beschließen den Tag mit dem zweiten, fetten Schokoladen-Apfel.

Thomas kulinarische Erfahrungen - Tag 6



Zum Frühstück in der "Brockton Villa" esse ich den French Toast, der hier der "Coast Toast" ist. Thomas bestellt sich einen "Naughty  Burrito"mit Rührei. hausgemachter Carne Asada (mexikanisch zubereitetem Fleisch), Käse, Kartoffeln, Pepperoni und Guacamole. Beides ist teuer aber auch gigantisch. Der Toast ist außen fluffig und innen zart wie Pudding. Dazu gibt es frisches Obst (ich hätte auch Kartoffeln nehmen können, das kam mir aber irgendwie unpassend vor). Der Burrito ist nicht weniger spektakulär, frisch und sehr lecker.

Coast Toast und Naughty Burrito

Abend essen wir im "Jack in the Box", was neben dem Rubio's seine Wurzeln ebenfalls in San Diego hat. Das Essen hier ist passend zum oben beschriebenen Ambiente. Die Burger werden zwar frisch gemacht, was anscheinend ein wesentlicher Unterschied zu Deutschland ist, wo die Dinger bei McD. zum Beispiel ja meist in den Regalen liegen und damit auch schon mal latschig sein können, Leider scheint das aber auch das einzige Plus zu sein. Sie sind nicht schlecht, aber auch nicht gut. Zusammen mit der Lokal an sich, ist das kulinarische Erlebnis definitiv eher ein negatives Highlight.

Jack in the Box Essen

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