Mittwoch, 9. September 2009

08.09.09 WC2009 - der erste Tag

Während mein Outlook heute zum 6. Mal die 1249 angesammelten SPAM eMails abholt, lasse ich den Tag Revue passieren.

Heute war der erste Konferenztag, der 8:15 auf dem Messegelände in München begann und um kurz nach 21 Uhr im Networking endete. Ich war sehr gespannt auf den World Congress, der allein durch seine Größe und die Tagungsgebühren große Erwartungen geweckt hat. Das Messegelände ist zunächst auch beeindruckend, die Sonne scheint und vor dem Gelände ist eine nette Grünanlage, so dass der Tag fernab vom Zentrum Münchens recht friedlich beginnt. Die Hallen sind riesig und der Floorplan hängt nicht ohne Grund direkt im Eingangs-bereich. Ich mache erstmal ein paar Fotos von den Unmengen an Posterwänden, die im Erdgeschoss und ersten Stock aufgebaut sind.

Die erste Enttäuschung halten die Konferenzunterlagen für mich bereit. Die im Internet hervorgehobene, in den Tagungsgebühren eingeschlossene "Satchel" ist eine wabbelige Stofftasche, die sicher voll biologisch Abbaubar ist. Enthalten ist das Programm, eine Menge Werbung und die Konferenz DVD mit allen Papern - kein Block, nicht mal ein Kugelschreiber. Nun gut, ich bin ja auch auf eine Konferenz gefahren und nicht auf eine Butterfahrt. Ich hätte nur für 550 Euro Tagungsgebühren mehr erwartet. Und man bemerke, das ist der Early-Bird Preis für Autoren! Nach den ersten Sessions gibt es eine Kaffeepause, in der an einem Standort (zumindest habe ich keinen zweiten Standort entdeckt) für im Schnitt 1.000 anwesende Personen (angemeldet waren über 3.400 Teilnehmer) Wasser, Kaffe und Tee ausgeschenkt wird. Es wird pünktlich auf die Minute mit dem Ausschank begonnen - keine Sekunde eher. Und es wird pünktlich damit aufgehört. Hm, auch das hinterlässt ein komisches Gefühl, habe ich doch Konferenzen mit weniger Tagungsgebühren in der Erinnerung, wo Kaffee, Tee und Wasser frei auf einem Tisch steht und man sich was nehmen kann, und wenn es gut kommt, liegt auch noch ein Keks dabei. Ich bin gespannt auf die Mittagspause, in der ich (leider) nicht enttäuscht werde: Es gibt nichts zu Essen. Da ich mich nicht auskenne, esse ich ein kleines Laugen-baguette mit Lachs für gewaltige 4,50 und verzichte auf ein Getränkt, da allein ein Wasser 3 Euro kosten sollte - kommt ja noch mal eine Kaffeepause, wo man zumindest ein Mal anstehen in dem zeitlichen Rahmen schaffen kann.

Im Laufe des Vormittags wurde die Konferenz auch offiziell durch die Präsidenten eröffnet. Musikalisch wurde das ganze begleitet durch ein paar Almhornbläser. Die Asiaten neben mir fanden das eindeutig erheiternd!














Die Nachmittagssessions waren interessant, und während ich mir Human Movement and Posture Analysis anhöre verpasse ich Birger Kollmeier, der Chair der zwei Räume weiter laufenden Audiologie-Session ist. Schade, es wäre der eine oder andere aus der InterGK-Zeit Sprecher gewesen. In der Kaffeepause zwischendurch ergattere ich einen Tee, der nicht mehr wie am Morgen in einem richtigen Becher sondern nur noch in der Pappvariante ausgeschenkt wird. Auch Wasser gibt es nur noch aus Plastikbechern. Da mein Magen knurrt, erschnorre ich mir am Stand des BMBFs einen Apfel (Danke, Frau Weiß :o) ). Der Abend klingt mit der offiziellen Eröffnungszeremonie aus, bei der traditionelle Blechbläser auf die Sprecher einstimmen. Leider überzieht der letzte Sprecher maßlos. Schluss sollte sein um 20:15. Rechts und Links blickten die Leute auf die Uhr, bleiben aber artig in ihren Sesseln sitzen, denn es wurde Essen für die Eröffnungszeremonie versprochen. Ich bilde mir ein, dass alle genauso Hunger haben, wie ich. Um halb neun halte ich es nicht mehr aus und verlasse den Saal - ich musste austreten. Erstmal draußen habe ich mir dann gedacht, dass es sich ja an sich nicht mehr lohnt wieder rein zu gehen, da ja nun schon fast 20 Minuten überzogen waren. Ich gehe daher in den Eingangsbereich und entdecke, dass die Vorspeisen bereits verteilt sind, das Buffet aber noch wie von Schießhunden bewacht wird. Einige Mutige sind jedoch dabei, die eine oder andere Vorspeise zu vernichten. Ich geselle mich dazu, warte den offiziellen Startschuss ab und verpasse dann doch den guten Moment sich in die Schlagen zum Buffet einzureihen. Daher esse ich zwei der Vorspeisen, die von den meisten gar nicht wahrgenommen wurden, da sie sich direkt auf das Buffet stürzen. Um viertel nach neun mache ich mich endlich auf den Heimweg ins Hotel und erreiche das kurz vor zehn. Der Gang zum Hotel war um diese Uhrzeit noch mal deutlich interessanter, auch wenn mich die freundlichen Damen sicher interessierter angesehen hätten, wäre ich keine Frau gewesen. Müde falle ich ins Bett und bin erstmal geschafft.

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