Dienstag, 17. Juni 2008

14.06.2008 Samstag

Das freie Wochenende ist angebrochen und wir haben beschlossen uns noch ein paar der im Reiseführer empfohlenen Läden anzusehen und anschließend den Palacio Real mit angrenzendem Park anzusehen. Ausgesucht haben wir uns ein altes Zeitungshaus, in dem sich ein kleines Einkaufszentrum mit vielen kleinen (recht teuren) Läden befindet. Das zweite Ziel war ein Laden, der Lederwaren noch von Hand herstellt. Als Taschen-Fetischistin genau das richtige. Der Laden liegt ein bisschen abseits vom Trouble des Zentrums, aber ist genau das, was man sich unter einem Laden vorstellt, der Handarbeit anbietet. Ein kleiner vollgestopfter Raum, an dessen Wänden fertige Taschen hängen oder auf Regalen eingeschlagene Notizbücher und Börsen liegen. Daneben hängen unzählige Vorlagen aus Pappe für die verschiedenen Taschen und Sachen. Der ganze Laden ist erfüllt von Ledergeruch, der von den vielen Lederrollen herrührt, die sich vor und unter dem Ladentresen und in einem angrenzendem Nebenraum stapeln. Die Preise sind mehr als fair, und doch finde ich nichts, was mich so sehr überzeugt, dass ich es kaufen wollte. Trotzdem war der Laden eine Besichtigung wert und ich finde es insgeheim schade, dass ich nichts gefunde habe, denn in einem solchen Laden lasse ich doch lieber mein Geld als in einer großen Kette.
Anschießend sind wir weitergezogen in den Garten des Palacio Real, wo wir uns am Wasserbecken eine Pause gönnen und die Füße ins Wasser halten. Heute ist ein ziemlich warmer Tag im vergleich mit den letzten und wir wundern uns, dass außer uns nur so wenig andere im Palastgarten verweilen. Aber die Madrilenen scheinen ihre Zeit lieber in der Stadt zu verbringen. Nachdem ich mir in der Mittagssonne die Schultern verkohlt habe, suchen wir Schatten im angerenzenden Campo del Moro, ein Park mit wunderschönen großen Platanen ... und Moskitos! Dort ist es sehr leer und wir können nicht verstehen, warum so wenig Leute in diesem schönen Park den Schatten genießen, sondern sich in den vollen Straßen rumdrücken. So genießen wir die Ruhe, denn selbst der Verkehrslärm ist durch die Bepflanzung zu einem einheitlichen Grundrauschen gedämpft, aus dem nur ab und zu ein Motorrad heraussticht.
Gegen fünf packt uns der Hunger und wir essen endlich unsere Tappas, da wir eine Lokalität gefunden habe, wo man eine gemischte Tappasplatte bekommt. Preis und Menge sind unverhältnismäßig, allerdings brauch man auch nichts anderes zu erwarten, wenn man in der nähe des Plaza Mayor, dem Touristen-Zentrum No.1, essen will. Mich beschleicht allerdings auch das Gefühl, dass ich vielleicht einfach zu doof bin, preisgünstig zu Essen ... Da im Hotel jedoch nicht mal ein Wasserkocher ist, bleiben wenig Alternativen zum auswärts Essen. Neben dem Restaurante sind Asiaten dabei Leute anzusprechen, um ihnen eine Massage zu verkaufen, die direkt dort auf einem kleinen Klapphocker durchgeführt wird. Ich finde es ziemlich grenzwertig, dass eine der Asiatinnen die Leute nicht nur anspricht, sondern sie direkt anfäßt und beginnt ihre Nacken noch im Vorbeilaufen zu massieren, oder ihre Hände greift und sie schon fast zu dem Hocker zieht. Den Reaktionen der Leuten nach zu schließen scheine nicht nur ich das grenzüberschreitend zu finden. Lustig ist jedoch anzusehen, dass zwei eindeutig nicht zueinander gehörende Gruppen von Masseuren in Streit geraten, was den Platz anbelangt, an dem sie die Leute ansprechen. Auch wenn man kein Wort versteht, ist eindeutig klar, dass die eine Gruppe findet, das ihnen die andere Gruppe zu sehr auf die Pelle gerückt ist. So haben wir zu unserem Essen noch kostenloses Entertainment :o)
Abschließend sind wir die großen Einkaufstraßen entlang zur Metro gebummelt und haben erneut festgestellt, dass ich für den Preis unseres Essens auch echte Lederschuhe bekommen würde ... verrückt! Schuhe braucht man nicht so oft neu, aber essen muss man!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen