Freitag, 24. August 2007

Konferenz dritter Tag 23.08.

Der dritter Tag der Konferenz und der zweite mit Vorträgen hat mir verschiedene Extrema zum einen von Vortragenden und zum anderen von Chairs gezeigt. Zum zeitlichen Rahmen vorab: es waren 12 Minuten Redezeit und 3 Minuten Diskussion vorgesehen. Für Zeitüberschreitungen war eine kleine Klingel bereitgestellt. Mit den 15 Minuten sind die wenigsten ausgekommen, so dass jede Session mit ca. 10-15 Minuten verspätung endete, was ich aber akzeptabel fand. Zu den Vortragenden: Es gab Vorträge, die nur darum gingen, dass sie was am Rechner modelliert haben und welche unglaublichen Vortreile das hätte, wenn man so einen Roboter baut, aber auf die Frage, ob es schon Hardware gibt, die das macht, kam die Antwort: die wäre ja nun leicht zu bauen. Hm, warum gibt es sie dann noch nicht? Dann wieder gab es Vorträge, die nur aus Formeln bestanden, die vorgelesen wurden. Da fiel es mir doch recht schwer, den Einstieg zu finden. Einen Vortrag gabe es, ohne Sprecher. Der war krank geworden und hatte seine Präsentation geschickt und seine Stimme aufgenommen und in die Folien eingebettet. Eigentlich ja prima, aber er hat nur die Folientitel mehr oder weniger detailiert vorgelesen, so dass doch einige Fragen offen waren, die aber keiner beantworten kann. Es gab aber auch Vortragende, die in der Zeit 11 Folien präsentieren wollten. Klingt erstmal sinnig, aber: zum einen hat der Vortragende extrem langsam gesprochen und zum anderen auf der letzten Folie war ein Video, was noch mal mehr als 5 Minuten Laufzeit hatte. Wie lange es tatsächlich ging, weiß ich nicht, da der Chair nach 20 Minuten Vortrag abgebrochen hat. Das fand ich schon beeindruckend. Der Vortrag wurde jedoch vom nächsten Sprecher noch übertroffen, der deutlich mehr als 26 Folien und 8 kurze Videos hatte. Und das, wo der Sprecher vorher noch selber Chair gewesen ist. Was mich dann zu den Chairs bringt. Ich weiß nicht so recht, was einen guten Chair ausmacht, aber mir hat man gesagt, wenn keiner aus dem Auditorium fragt, dann fragt der Chair. Macht aber auch nicht jeder, wirkt aber schon irgendwie deprimierend für den Sprecher. Auf der anderen Seite ist es auch schwierig eine Frage zu formulieren, wenn man den Vortragenden aufgrund von sprachlichen Hürden nicht so recht versteht. Es wurde zwar vorher gesagt, dass die Chairs die Abstracts bekommen, um sich vorzubereiten, allerdings lagen die genau 10 Minuten vor der Session bereit. Einige Chairs haben bereits nach 10 Minuten hektisch auf die kleine Klinge gehauen und so manchen Sprecher aus dem Konzept gebracht, dabei war der gut in der Zeit. Andere haben ganz abrupt nach 15 Minutne ins Mikro gesprochen, dass der Sprecher zum Ende kommen möge. Handzeichen oder Ähnliches war nicht üblich - aber die Sprecher haben auch nicht wirklich geschaut. Ich muss gestehen, dass ich auch nicht so recht wußte, was ich machen soll, eben weil die Leute nicht geschaut haben. Aber wie gesagt, ich hatte Glück und die Leute haben die Zeit recht gut eingehalten. Insgesamt kann man wohl sagen, wenn es 100 Vortragende gibt, dann gibt es auch 100 Wege, wie das gemacht wird. Die schönste Antwort auf die Frage aus dem Auditorium "Warum hast Du das so gemacht" war jedenfalls "Ich habe das so gemacht, weil es Gründe dafür gab" kurze Pause dann "Ich habe es so gemacht, weil der Professor es gesagt hat!"
Am Abend war das Bankett. Um 19 Uhr sollte es losgehen und kurz vorher war auch Einlass. Das Bankett war gut, von den drei Vorträgen und dem Best-Paper-Award abgesehen, die man vorher durchhalten musste. Das Essen war ziemlich lecker und es gab traditionell Tanz aus Jeju. Alleine essen brauchte ich auch nicht, da ich nette Gesellschaft von anderen Deutschen, Schweden und Amerikanern hatte. Um halb zehn habe ich mich wieder ins Hotel auf gemacht und bin anschließend ziemlich erschlagen ins Bett gefallen. Der Rest von Tisch ist noch losgezogen Karaoke-Singen, wozu ich mich dann doch nicht überreden lassen wollte.

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